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Brink spielt in einem Setting, vor dem Umweltschützer heutzutage warnen: Die globale Erwärmung hat stattgefunden, die Polkappen sind geschmolzen und die überlebende Rest der Menschheit tummelt sich auf einer schwimmenden Stadt namens Die Arche. Um dieses Eiland tobt letztlich auch eine Schlacht zwischen zwei Fraktionen. Da ist zum einen der Widerstand, welcher die Arche so schnell wie möglich verlassen und das Festland suchen will. Und die Sicherheitskräfte, die die Widerständler mit allen Mitteln daran hindern wollen. Ungewöhnlich für einen Mehrspieler-Shooter: Brink kommt sowohl mit einer am Stück erzählten Handlung daher als auch gleich mit zwei (für jede Partei eine) und einigen zusätzlichen Was-wäre-wenn-Szenarien. Für einen Einzelspielerdurchlauf – Bots, die automatisch jede Partie auf 16 Spieler auffüllen, machen es möglich – klingt das ja auch alles nachvollziehbar, wie aber klappt das mit Freunden und Fremden über das Internet?
Gut, denn die Gefechte beider Handlungsstränge finden auf jeweils denselben Schauplätzen statt. Bedeutet: Die Schlacht, die die Rebellen am ersten Tag des Aufstandes schlagen, entspricht dem Gefecht, das aufseiten der Sicherheitstruppen am ersten Tag ansteht. Clever gelöst. Wildes Durcheinanderspielen, Koop-Option, eine Nur-mit- Freunden-Spieleinstellung und drei Bot-Schwierigkeitsgrade sind ebenfalls an Bord. Die Grenze zwischen Offline- und Online-Spiel ist hier also fließender als anderswo. Brink ist anders aufgebaut als typische Mehrspieler-Shooter: Es gibt zwar Waffen und Belohnungen für erlegte Gegenspieler, jedoch liegt der Fokus auf dem Erfüllen von Zielen. So gewinnt nicht das Team, das mehr Gegner ausknockt, sondern die Mannschaft, die innerhalb des Zeitlimits ihre Missionsziele erledigt. Davon gibt es pro Karte etwa drei bis fünf, wobei immer ein Team als Angreifer und eines als Verteidiger agiert. Das Schöne dabei: Die Ziele sind recht abwechslungsreich und reichen von Hacken über Sprengen bis hin zu Eskortieren. Dazu gibt es eine Palette an Nebenaufgaben.
Das Ganze wird über ein Kommandorad koordiniert, das euch schnell einen Überblick gibt, wie ihr am besten zum Teamerfolg beitragen könnt. Freilich braucht es für die verschiedenartigen Aufträge jeweils eine bestimmte Spielerklasse: MG-Nester baut der Mechaniker, Sprengladungen legt der Soldat und so weiter. Ist für eure Klasse gerade nichts zu tun, sucht ihr einen Kommandoposten auf und wechselt flugs in einen anderen Beruf. Solche Stationen erlauben außerdem den Zugriff auf euren persönlichen Waffenschrank, nicht aber auf die unzähligen Waffenanbauten – dafür müsst ihr zurück ins Menü. Das ist etwas umständlich gelöst. Auch die Menüführung im Anbaumenü kann nicht wirklich überzeugen. Wenn ihr etwa eine Waffenaufwertung freischaltet, dann müsst ihr sie an jeder Waffe einzeln anbringen – hier fehlen Automatisierungsfunktionen. Von der hier fehlenden Übersicht fangen wir mal lieber gar nicht erst an.
Immerhin unterscheiden sich die Argumentverstärker angenehm in Klang und Handhabung. Doch Achtung: Schießen in Brink ist nicht wie Schießen in Call of Duty oder Battlefield. Gegner fallen nicht beim ersten Treffer einfach um, weniger erfahrene Schützen brauchen oft sogar mehr als ein Magazin pro Widersacher. Der Granatwerfer richtet auch überraschend wenig Schaden an, er würfelt die Spielfiguren aber immerhin so durch die Gegend, dass sie kurzzeitig zu wehrlosen Opfern für Teamkollegen werden. Auf die gilt es besonders zu achten: Da es weniger ums Töten als ums Erledigen von Zielen geht, ist ein ausgeprägter Gemeinschaftssinn von großem Vorteil. Mit dieser Tatsache im Hinterkopf hatten wir mit Brink während unseres Tests tatsächlich einige magische Momente – und zwar immer genau dann, als wir mit der gesammelten Mannschaft verbissen und an einem Strang ziehend um ein Missionsziel kämpften. Als besonders spannend erwiesen sich dabei die Eskortaufgaben, bei denen wir mal einen Gefangenen, mal einen Roboter durchs Feindgebiet geleiteten. Ein zäher Kampf um jeden Zentimeter. Intensiv, packend und einzigartig! Mit Bots an Bord sieht die Lage jedoch etwas anders aus. Zwar agieren die computergelenkten Mit- und Gegenspieler in drei Schwierigkeitsgraden auch tatsächlich unterschiedlich effektiv, jedoch fehlt ihnen das Gefühl, was gerade so wichtig ist. Die KI-Gruppen haben durchaus die Fähigkeit, sich für einen Angriff zu sammeln, jedoch bleiben sie mindestens ebenso oft tatenlos vor einem Missionsziel stehen, während sie eigentlich nur kurz zugreifen, hacken oder reparieren müssten.
Zwar stehen wir total auf das farbenfrohe Charakterdesign und die Millionen Kombinationsmöglichkeiten von Klamotten, Tattoos und all dem Kram, jedoch können wir einige der Konzeptentscheidungen nicht hundertprozentig nachvollziehen. Ein Beispiel: Zu Spielbeginn legt ihr einen Archetypen ("Das Kinn", "Der Psycho", "Die Nase" etc.) für euren Charakter fest und sucht aus einer Liste von Voice-over- Sprechern einen Stimmpaten aus – beides eine nachhaltige Entscheidung ohne Möglichkeit zur nachträglichen Änderung. Anders die Leibesfülle der Spielfigur, die zumindest außerhalb einer Partie geändert werden kann. Muskulöse Zeitgenossen sind langsam, stecken aber viele Treffer weg, eher dürre Kumpanen sind etwas fragiler, können sich aber sehr viel fixer, freier und flüssiger durch die Spielwelt bewegen. Das SMART-System, mit dem ihr intelligent durch die Spielwelt rennt und hüpft, steht allen Spielertypen zur Verfügung, allerdings sind Kletter- und Sprungfähigkeiten stets abhängig vom Körperumfang. Und auch wenn es realitätsfern ist: Wir hätten gern die Möglichkeit, unsere Statur auch während eines Gefechts zu wechseln – der Körperbau beeinflusst nämlich nicht nur Beweglichkeit und Konstitution, sondern auch die Waffenauswahl. Hinter all den Figurverschönerungen und Waffenmodifikatoren steckt ein Erfahrungssystem, das auch klassenbezogene Perks – etwa erhöhten Geschützschaden oder Cortex- Bomben –, Audio-Kommentare der Entwickler und ein paar andere Nettigkeiten freischaltet. Selbst wenn einen die vielen Optionen, Waffenanbauten und Frisuren eines Charakters auf dem Maximallevel 20 beinahe erschlagen, trudeln die Freischaltungen unterwegs doch eher in motivierend gemächlichem Tempo ein.
Zugänglich ist das alles nicht. Zwar ist Brink nicht ganz so schwer zugänglich wie Splash Damage' Vorgängerwerk Enemy Territory: Quake Wars, dennoch erfordert Brink eine gewisse Einspielzeit. Alleine die zahllosen Bildschirmanzeigen können am Anfang schnell überfordern. Bei der Bewältigung dieser Einstiegshürde helfen Videos und ein Herausforderungsmodus. Allerdings lohnt es sich, am Anfang die Zähne zuzubeißen. Als Belohnung winkt eine komplexe, tiefgründige und überaus erfrischende Spielerfahrung. Für das schnelle Online-Spiel zwischendurch mit Fremden ist Brink allerdings wohl weniger geeignet.
Minimale Systemvorrausetzungen
Prozessor: Intel Core 2 Duo 2,4 GHz oder vergleichbare CPU
Speicher: 2 GByte RAM
Grafikkarte: Nvidia 8800 GS, AMD Radeon HD 2900 Pro oder vergleichbare GPU
Betriebssystem: Windows XP (SP3), Windows Vista, Windows 7
Festplatte: 8 GByte freier Speicher
Empfohlene Systemvorraussetzungen
Prozessor: Intel Quad Core i5
Speicher: 3 GByte RAM
Grafikkarte: Nvidia GeForce GTX 460, AMD Radeon HD 5850
Betriebssystem: Windows XP (SP3), Windows Vista, Windows 7
Festplatte: 8 GByte freier Speicher
Textquelle: PC Games
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