Mit dem Angriff eines nordkoreanischen Uboots auf ein südkoreanisches Kriegsschiff als erstem Dominostein steigt Nordkorea im Laufe der nächsten zwei Jahrzehnte durch „Zusammenschlüsse“ mit Südkorea und Japan zur Weltmacht auf.

Die Koreaner starten im Jahr 2027 eine Invasion in die USA, die durch explodierende Treibstoff-Preise ohnehin schon nahezu vollständig im Chaos versunken sind.

Kurz darauf befindet sich fast der gesamte amerikanische Kontinent in der Hand des neuen, großen Korea.

Doch wie bei jeder guten Besatzung gibt es auch hier Widerstandskämpfer und der Spieler wird mehr gezwungen als freiwillig zu Beginn des Spiels einer von ihnen.

Es folgt eine erbitterte Schlacht durch verwüstete Vorortidyllen, Fast-Food-Lokale, große Einkaufsmärkte, Footballstadien und andere, sonst für den „American Way of Life“ alltägliche Schauplätze, die der Authentizität halber teilweise auch gleich die echten Markennamen verpasst bekommen haben.

Stellt euch also schon mal drauf ein, ein Hooters in die Luft zu jagen.

Zwischen den Kämpfen wird der Spieler immer wieder mit diversen Momenten konfrontiert, die die Stimmung einer solchen Besatzung aufzeigen sollen. Durch die Koreaner mit Baggern angelegte und befüllte Massengräber schockieren, provisorisch eingerichtete und möglichst gut getarnte Verstecke, die komplett in sich geschlossene Ökosysteme bilden, machen wehmütig und der Marsch durch ein Arbeitslager weckt Erinnerungen an die mitteleuropäische Vergangenheit der Nazizeit.

 
Der Sound ist toll und grafisch kann man ihn durchaus mit Call of Duty MW 2 vergleichen. In der obersten Liga kann er optisch allerdings bei Weitem nicht mitspielen. Die Charaktermodelle sind zwar nett und auch die Effekte wie Tiefenunschärfe, Explosionen und Rauch können durchaus überzeugen, doch so manch matschige Textur trübt das Gesamtbild wieder. Dafür sind die System-Anforderungen angenehm niedrig und die Weitsicht ganz beachtlich, was wiederum im Multiplayer mit bis zu 32 Spielern sehr von Vorteil ist.
 
Homefront ist es eine Mischung aus Call of Duty und Battlefield. Denn es kommen sowohl Erfahrungspunkte als auch Fahrzeuge zum Einsatz.
 

Im Multiplayer hat man nämlich die Wahl, ob man in ein klassisches Team Deathmatch oder doch ein sogenanntes Ground Control-Match starten möchte. Während erstgenannter Modus relativ klar sein sollte, ist auch Ground Control für alte Shooter-Experten nicht schwer zu erklären.

Es gibt auf jeder Map einige strategisch wichtige Punkte, die eingenommen und gehalten werden wollen, um so Punkte zu sammeln und im Endeffekt zu gewinnen.
Sowohl Team Deathmatch als auch Ground Control können mit der Erweiterung „Battle Commander“ gespielt werden.

Hier geht es im Grunde immer noch um dieselben Grundaufgaben, allerdings bekommt jeder immer zusätzlich spezielle Zielpersonen zugewiesen, die er bevorzugt ausschalten muss. Desto länger man es schafft, am Leben zu bleiben, und desto mehr Gegner man über den Jordan befördert, desto höher steigt das eigene Kopfgeld und immer mehr Gegner werden einem auf den Hals gehetzt. Ein äußerst spaßiges Konzept, das den Modi zusätliche Spannung verleiht.

 

Wie in eigentlich jedem modernen Spiel, dürfen auch hier im MP-Part Erfahrungspunkte gesammelt werden. Statt diese allerdings nur für Level-Ups zu verwenden, bekommen sie in Homefront auch eine direkte Bedeutung:

Es stehen euch spezielle Sonderfähigkeiten und Drohnen zur Verfügung, die ihr während der Matches einfach durch deren Aktivierung kaufen könnt – und zwar mit den in der jeweiligen Runde gesammelten XP.

Das selbe gilt beim Spawnen übrigens auch für Fahrzeuge: Anstatt diese also einfach irgendwo und für jeden zugänglich in der Gegend zu parken, müssen Spieler in Homefront sie sich wirklich verdienen.

Und das zu Beginn einer Runde nunmal noch niemand genug Punkte hat, um gleich einen Kampfhubschrauber zu besteigen ist auch sinnvoll. Man betritt die Map übrigens direkt in dem gekauften Fahrzeug – wegschnappen ist also nicht.

Darüber hinaus könnt ihr euren Charakter allerdings natürlich mit den gesammelten Punkten auch generell hochleveln und so neue Waffen und Perks freischalten, wobei für letztere spezielle Aufgaben mit den dazupassenden Schießeisen erledigt werden müssen.

 

Auf den teilweise riesigen und allesamt schön und sinnvoll designten Maps findet man sich sehr schnell in ikonenhaften Momenten wieder, die einem so nirgends sonst geboten werden.

Das verdankt man vor allem den Drohnen, die recht günstig anzuschaffen sind und neben Aufklärungsaufgaben auch sehr gut als Angriffsunterstützung fungieren können – sofern man aufpasst, von wo aus man das gute Stück steuert, denn immerhin gibt es für keinen Spieler eine größere Genugtuung, als einen gerade eine Drohne steuernden und somit wehrlosen Opponenten mit dem Messer dahinzumeucheln. 

Sehr viel Spannung machen natürlich auch die Fahrzeuge aus, die allerdings dank der für nahezu jedermann schnell kaufbaren Raketenwerfer keine Allzweckwaffen sind.

Teamplay ist also immer ganz essentiell: Ein einsam vorrückender Panzer ist also dank seinem kleinen Sichtfeld und schlechter Übersicht ein gefundenes Fressen für jeden Infanteristen, der näher ran kommt; ihren Schrecken verlieren diese Kriegsgeräte dadurch allerdings freilich noch lange nicht.

 

 

 

 

Mittwoch, 22. Februar 2012

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